Nägel und Haare

VORSORGE SCHÜTZT!

Unser Körper ist fast ausnahmslos behaart (außer Schleimhäute, Handflächen und Fußsohlen, Lippen und Brustwarzen).
Das menschliche Haar ist aus drei Schichten aufgebaut, besteht hauptsächlich aus den Elementen Kohlenstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Wasserstoff und Schwefel und hat normalerweise einen Wasseranteil von 10 %. Dieser Anteil beeinflusst die Eigenschaften des Haares erheblich. Der Hauptteil des Haares besteht im Wesentlichen aus Eiweißen (90 %), die als Keratine bezeichnet werden. Im Keratin spielen sich alle chemischen Prozesse für eine Frisur ab (z. B. die Dauerwelle). Das Melanin ist für die Haarfarbe verantwortlich. Haare sind Anhangsgebilde der Haut und bestehen aus der Haarwurzel, dem Haarschaft und dem Haarbalg. In der Haarwurzel befinden sich die Blutgefäße, die das Haar ernähren. Die Anzahl der Kopfhaare liegt beim Menschen bei bis zu 150.000 und die Haardichte auf einem Quadratzentimeter liegt bei etwa 200 Haaren. In einem Monat wächst das Kopfhaar um zirka einen Zentimeter. Ein einzelnes Haar hat einen Durchmesser von 0,04 bis 0,12 mm. Der normale tägliche Haarverlust liegt bei 60 bis 100 Haaren, deren Wurzeln aber in der Kopfhaut verbleiben.

Finger- und Fußnägel sind Abkömmlinge der Oberhaut (Epidermis) und bilden sich an der Nagelwurzel aus Hornplatten. Nägel bestehen aus bis zu 150 unregelmäßig übereinander geschichteten Lagen von Hornzellen. Ein Finger- oder Fußnagel ist normalerweise bis 0,75 mm stark. Die verschiedenen Nägel wachsen unterschiedlich schnell, etwa 0,5 bis 1,2 mm in der Woche. Am schnellsten wächst der Nagel am Mittelfinger.

Jeder Mensch verliert täglich Haare. Werden die Haare aber immer dünner, so fühlen wir uns unwohl. Das Haar erneuert sich genauso wie unser Blut, unsere Haut und andere Körperzellen. Erst wenn sich mehr als 100 Haare (mit Wurzel) in unserer Haarbürste befinden sprechen wir von Haarausfall. Dieser kann kreisrunde Areale betreffen oder auch die gesamte Kopfhaut.
Zirka 1,4 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter kreisrundem Haarausfall. Es wird von einer familiären Häufung (10 bis 25 %) gesprochen. Den Männern wird der Haarausfall meist schon in die Wiege gelegt und beginnt bereits in der zweiten Hälfte des dritten Lebensjahrzehnts.

Die wirkliche Ursache des Haarausfalls scheint für die medizinische Wissenschaft jedoch noch immer eines der ungeklärten Rätsel zu sein.

Häufig aber sind viele Ursachen gleichzeitig für den Haarausfall verantwortlich.

Zu den möglichen Ursachen zählen zum Beispiel:
- Schilddrüsenfunktionsstörungen
- Diabetes mellitus
- die Einnahme von bestimmten Medikamenten (Betablocker, cholesterinsenkende Medikamente, Antibabypille, Schilddrüsenmedikamente usw.)
- Mineralstoffmangel
- übermäßiger Genuss von Alkohol und Nikotin
- Fehlernährung / Essstörungen
- Funktionsstörungen im Verdauungssystem
- Anämie (Verminderung der roten Blutkörperchen)
- bakterielle Infektionen, Pilzerkrankungen
- eine Überdosierung an Folsäure und Vitamin C (Ascorbinsäure)
- Umweltgifte (z. B. Thallium)
- Hauterkrankungen (z. B. Schuppenflechte)
- Färben der Haare
- Stress und seelische Probleme
- Strahlentherapie bei Krebs, u. a.

Der Haarausfall tritt hauptsächlich am Kopfhaar und bei den Männern zusätzlich am Barthaar auf. Seltener betrifft es die Augenbrauen, Achsel- oder Schambehaarung. Ein Schwund der Haarwurzel lässt sich nicht mehr rückgängig machen.
Wichtig für ein schönes, volles Haar ist eine gesunde Kopfhaut und eine ausreichende Versorgung der Haarwurzel mit Nährstoffen.

Finger- und Zehennägel können durch verschiedene Krankheiten geschädigt werden. Besonders aber die Fingernägel sind ein Zeichen für die Schönheit bei den Damen. Spröde, eingerissene Fingernägel sowie Unebenheiten und weiße Flecken werden als besonders störend empfunden. Am häufigsten klagen vor allem die Frauen über zu weiche oder brüchige Nägel, was Anzeichen für einen Mangel an Biotin (Vitamin H) sein kann. Biotin ist für die Bildung der Hornsubstanz, dem Keratin, notwendig und trägt zum gesunden Wachstum der Nägel bei.

Bei Nagelveränderungen sollten Krankheiten wie z. B.
- Schilddrüsenfunktionsstörungen
- Hormonstörungen
- Vitaminmangel und
- Eisenmangelanämie
ausgeschlossen werden.

Je eher die Ursachen erkannt werden, desto günstiger sind die Heilungschancen.

Verschiedene Blutuntersuchungen im Labor Ihres behandelnden Arztes können helfen, die Frage der Ursache des Haarausfalls zu beantworten.

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.

EMPFOHLENE LABORUNTERSUCHUNGEN

  • Entzündungsparameter (Blutbild, Blutsenkung, C-reaktives Protein)
  • Hormone (Östrogen, Testosteron, Progesteron)
  • Schilddrüsenwerte (TSH, Schilddrüsenantikörper)
  • Blutzucker
  • Ferritin, Eisen im Serum, Folsäure
  • Kreatinin (Nierenfunktionswert)
  • Zink, Selen, Calcium
  • Immunglobulin E (IgE)
  • Leber-Enzyme (GGT, GOT, GPT)
  • Vitamin H (Biotin)
  • Vitamin E (Alpha-Tocopherol)

Weichen Ihre Ergebnisse vom Normalbefund ab, so wird Ihr Arzt mit Ihnen eine weitere Diagnostik und gegebenenfalls eine notwendige Therapie besprechen.

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