HIV / AIDS

VORSORGE SCHÜTZT!

Das Humane Immundefizienz-Virus, abgekürzt als HIV, wird auch als Menschliches Immunschwäche-Virus bezeichnet.

Es sind derzeit zwei verschiedene HI-Virenarten bekannt:
HIV-Typ-1 wurde 1983 zum ersten Mal beschrieben.
HIV-Typ-2 wurde 1986 entdeckt.

2005 gelang einem internationalen Forscherteam erstmals der Nachweis, dass der Ursprung dieser Viren beim Affen liegt. Wie das Virus aber auf den Menschen übertragen wurde ist noch unklar. Etwa 1966 soll das Virus von Afrika nach Haiti und von dort aus in die USA gelangt sein, wo erste Infektionen mit dem Virus 1981 beschrieben wurden. In Europa wurde 1982 von der ersten Infektion berichtet. Weltweit haben sich seit der Entdeckung des HI-Virus etwa 60 Millionen Menschen infiziert und jährlich kommen zirka 5 Millionen Menschen dazu, davon 800.000 Kinder unter 15 Jahren. In Deutschland nimmt man an, dass es im Jahr zu zirka 3.000 Neuinfektionen kommt.

Anfang der 1980er Jahre verbreitete sich das Virus weltweit. Bisher hat es etwa 39 Millionen Menschenleben gefordert. In Deutschland leben derzeit schätzungsweise etwa 80.000 infizierte Menschen. Die HIV-Infektionen betreffen nicht mehr nur die Risikopersonen, HIV ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Die Rate der nicht diagnostizierten HIV-Infektionen dürfte bei 30 % liegen.
Durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten (u. a. Blut, Sperma, Vaginalsekret, Muttermilch) wird das HI-Virus übertragen. Frische Wunden und Schleimhäute (Bindehaut der Augen, Anal- und Vaginalschleimhaut) sind die Eintrittspforten. Ungeschützter Geschlechtsverkehr, die Benutzung verschmutzter, häufig mehrfach gebrauchter Spritzen (beim Drogenkonsum), Bluttransfusionen (in Deutschland selten) und Nadelstichverletzungen (zum Beispiel bei medizinischem Personal), nicht desinfizierte medizinische Geräte (im Ausland) sind die häufigsten Infektionswege.

Eine HIV-Infektion verläuft zunächst in verschiedenen Stadien.
Nach 3 bis 6 Wochen zeigen sich häufig unspezifische Symptome wie: Nachtschweiß, Fieber, Abgeschlagenheit, Hautausschläge und Gelenkschmerzen, ein ähnliches Bild wie bei einem grippalen Infekt. Wegen dieser Ähnlichkeit bleibt die HIV-Infektion häufig unerkannt. In 18 % verläuft die Neuinfektion auch vollständig ohne Symptome. Es folgt eine meist langjährige Phase, in der keine gravierenden Symptome auftreten. Die „Helferzellen” im Blut werden kontinuierlich zerstört, was die Schwächung des Immunsystems bewirkt. Aber der Körper ist über Jahre in der Lage zerstörte Zellen durch die Produktion neuer Zellen zu ersetzen.
Dennoch kommt es unbehandelt nach etwa 9 bis 11 Jahren durch das kontinuierliche Absinken der Zahl der Helferzellen nun zu einem Immundefekt.

Eine HIV-infizierte Person bezeichnet man als HIV-positiv. Sie kann später an AIDS erkranken, dem Spätstadium der HIV-Infektion.
Die Abkürzung AIDS kommt aus dem Englischen (Acquired Immuno Deficiency Syndrome) und bedeutet „erworbenes Immunschwäche-Syndrom”. Monate bis Jahre nach der Infektion mit dem HI-Virus kann AIDS ausbrechen.
Infektionen durch Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten treten bei HIV-positiven Personen häufiger auf als bei Gesunden und es können sich bestimmte Krebsarten entwickeln, was auf das geschwächte Immunsystem zurück zu führen ist.

Eine Heilung gibt es bisher nicht, jedoch kann die heutige moderne HIV-Therapie eine fast normale Lebenserwartung ermöglichen. Zwischen Ansteckung und Erstdiagnose liegen meistens Jahre, in denen das Virus weiter verbreitet wurde. Auch sind wertvolle Jahre verloren gegangen für eine frühzeitige, effektive Therapie. Eine frühzeitige Diagnose sichert weitestgehend eine normale Lebenserwartung.

Testverfahren
Die Identifizierung des Erregers war die unverzichtbare Grundlage zur Entwicklung eines Antikörper-Tests, der bis heute den Standard in der Routinediagnostik darstellt. Häufig werden die HIV-Infektionen zu spät diagnostiziert.
Serologische Testverfahren suchen die vom Immunsystem des Menschen gebildeten Antikörper gegen das Virus. Bis der Nachweis der Antikörper im Blut nach der Ansteckung erfolgen kann, kann es bis zu drei Monaten dauern. Bei einer HI-1-Virus-Infektion erfassen die modernen Tests (HIV-1/2-Antikörper/p24-Antigen Kombi-Test) schon in der Frühphase zusätzlich ein Antigen (p24), wenn noch keine Antikörper gebildet wurden.

Indikation zur Durchführung des HIV-1/2-Antikörper/p24-Antigen Kombi-Tests bei:

  • sexuellem Risikoverhalten
  • Sexualkontakt (ungeschützt) im Ausland
  • Kontakt mit HIV-infiziertem Blut
  • Drogeninjektionen
  • Stichverletzungen (mit infizierten Nadeln)
  • Blutkonserven, erhalten im Ausland
  • bei häufigem Partnerwechsel
  • vor Beginn einer neuen Partnerschaft
  • unklarem Fieber
  • Pilzbefall im Mund- und Rachenbereich
  • Gürtelrose

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