Helicobacter pylori

VORSORGE SCHÜTZT!

Bauchschmerzen? Blähungen? Übelkeit?
Helicobacter pylori - Eine bakterielle Infektionskrankheit

Im Jahr 1905 wurden im Magen erstmals Bakterien beobachtet. Doch sie blieben unbeachtet und man vergaß sie fast, bis es 1983 zum Durchbruch kam und sie weltweit als Ursache für Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre anerkannt wurden.
Glaubte man doch zuvor, dass Bakterien nicht im sauren Magensaft überleben könnten. Diese Magenbakterien erhielten den Namen Helicobacter pylori und sind mit einer Häufigkeit von zirka 50 % weltweit eine der häufigsten chronischen bakteriellen Infektionen. Für dieses Bakterium konnten bisher insgesamt 370 Stämme nachgewiesen werden. Etwa 33 Millionen Menschen sind in Deutschland mit diesem Keim infiziert. 10 bis 20 % der Keimträger entwickeln im Laufe der Zeit ein Magen- oder Zwölffingerdarm-Geschwür.

Helicobacter pylorii sind stäbchenförmige Bakterien, die die Fähigkeit besitzen, sich trotz der aggressiven Magensäure und der dicken Schleimschicht, die den Magen auskleidet, in die Zellen der Magenschleimhaut einzunisten. Häufig ruft diese Besiedlung keine Beschwerden hervor, so dass sie unbemerkt bleibt.

Die genaue Ursache, wie der Krankheitserreger übertragen wird, ist noch nicht bekannt. So scheint es, dass die Infektion mit diesen Bakterien meist schon in der Kindheit erfolgt, hauptsächlich über den Mund, über die Ausscheidungen (Stuhl), von Mensch zu Mensch, durch verunreinigtes Wasser oder verschmutzte Nahrung. Gerade in den Entwicklungsländern, wo ungünstige hygienische Verhältnisse vorherrschen, ist die Anzahl von infizierten Menschen am höchsten.

Die Bakterien sind in der Lage, über Jahrzehnte im Magen zu überleben. Der Helicobacter pylori bildet das Enzym Urease, das in der Lage ist, den im Magen vorkommenden Harnstoff in Ammoniak umzuwandeln. Ammoniak neutralisiert die Magensäure und das Bakterium bahnt sich so ungehindert mit seinen kleinen Geißeln (fadenförmiges Fortbewegungsorgan der Bakterien) den Weg durch den Schleim, um sich in die Magenschleimhaut einzunisten. Angriffe des Immunsystems kann das Bakterium weitestgehend abwehren. Der Keim steigert die Produktion der Magensäure und hemmt die Bildung des Schleims, in dessen Folge es zu einer chronischen Magenschleimhautentzündung kommt. 75 % aller Magengeschwüre werden durch den Helicobacter pylori hervorgerufen sowie zirka 95 % der Zwölffingerdarmgeschwüre. Auch stellt die chronische Infektion mit diesen Bakterien einen Risikofaktor für die Entstehung von Magenkrebs dar.

Die Therapie erfolgt durch eine Kombination von verschiedenen antibiotisch wirkenden Tabletten, die den Keim zerstören sollen sowie einem Magensäureblocker, der die Magensäureproduktion vermindert, um dem Keim unbehagliche Verhältnisse im Magen zu schaffen.
Nur bei etwa 1 % der Patienten kommt es im ersten Jahr nach der Behandlung zu einer Neuinfektion.

Eine Schutzimpfung gibt es noch nicht. Da der Übertragungsweg noch nicht eindeutig geklärt ist, kann eine ausreichende Vorsorge nicht durchgeführt werden. Eine Einhaltung hygienischer Standards (Ihr Arzt berät Sie gerne) ist empfehlenswert.

Beschwerden finden sich längst nicht bei allen mit Helicobacter pylori infizierten Patienten. Unspezifische Symptome können auftreten, wie auch bei anderen Magen-Darm-Erkrankungen, in Form von Aufstoßen, Blähungen, Völlegefühl, zunehmendem Sodbrennen, Druckschmerz in der Magengegend, Übelkeit und Erbrechen sowie Durchfall.

Der Nachweis einer Helicobacter pylori-Infektion kann durch verschiedene Tests erfolgen:

  • Mittel der ersten Wahl bleibt die Magenspiegelung. Hierbei kann der Arzt die Magenschleimhaut direkt betrachten und zusätzlich eine Gewebeprobe entnehmen und unter dem Mikroskop untersuchen. Der Arzt führt häufig gleich einen sogenannten Urease-Schnelltest durch, um das Enzym (Urease) nachzuweisen, welches der Helicobacter pylori produziert.
  • Auch besteht die Möglichkeit durch eine Blutabnahme das Bakterium nachzuweisen. Hierbei wird getestet, ob Antikörper gegen den Helicobacter pylori im Blut vorhanden sind. Ist dieser Test positiv, so heißt dies nur, dass der Körper schon einmal Kontakt mit dem Bakterium hatte. Jedoch werden positive Antikörper noch ein Jahr nach erfolgreicher Therapie nachgewiesen.

  • Der Nachweis kann auch in einer Stuhlprobe erfolgen. In einer Kultur wird der Erreger angezüchtet und nachgewiesen. Dieses Verfahren eignet sich gut bei Kindern.
  • Am Einfachsten ist der Helicobacter pylori 13-C-Harnstoff-Atemtest. Seine Genauigkeit liegt bei fast 100 %. Bei diesem Test nimmt der Patient eine „Harnstofftablette” ein, die sehr gut verträglich ist. Liegt eine Infektion vor, wird der Harnstoff durch das von den Bakterien produzierte Enzym „Urease” gespalten und als „spezielles Kohlendioxid” in der Ausatemluft nachgewiesen. Schon am nächsten Tag liegt das Ergebnis vor.

Zu weiteren Fragen der Diagnostik und der eventuell erforderlichen Therapie wird Ihr Arzt Sie gerne beraten.

EMPFOHLENE LABORUNTERSUCHUNGEN

  • Helicobacter pylori 13-C-Harnstoff-Atemtest
  • Helicobacter pylori-Antigen Nachweis im Stuhl
  • Helicobacter pylori-Antikörperbestimmung im Blut

Haben Sie Fragen? Wir beraten Sie gern.

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