Chlamydieninfektion

VORSORGE SCHÜTZT!

Bei Chlamydien handelt es sich um sehr kleine, kugelförmige Bakterien, die sich in den Körperzellen ansiedeln, vermehren und die Zellen zerstören. Die Gattung der Chlamydien umfasst 3 Arten, die verschiedene Krankheiten im menschlichen Körper auslösen können.

Chlamydia pneumoniae können Entzündungen der Bronchien und der Nasennebenhöhlen verursachen.

Chlamydia psittaci ist der Erreger der Papageienkrankheit. Er kann auf den Menschen übertragen werden, ist aber selten.

Chlamydia trachomatis gehören zu den häufigsten Erregern sexuell übertragbarer Infektionen. Insbesondere unter Jugendlichen werden beim ungeschützten Geschlechtsverkehr und häufig wechselndem Partner diese Bakterien übertragen. Mit steigendem Alter und stabiler Partnerschaft sinkt die Infektionsrate.
Chlamydia trachomatis können aber auch Entzündungen am Auge und gelegentlich im Rachen, in der Harnröhre, im Enddarm und am After verursachen.

Diese kleinen Bakterien bereiten bei zirka 80 % der Frauen und etwa 50 % der Männer keine Beschwerden, bleiben so unbemerkt, werden aber beim Sex weiter übertragen. Weltweit sind, je nach Altersgruppe, etwa 10 % der Bevölkerung infiziert. In Deutschland kommt es pro Jahr bei rund 300.000 Frauen zur Neuinfektion mit Chlamydien. Besonders häufig tritt die Infektion bei jungen Frauen auf, ungefähr jede Zehnte ist betroffen.

Symptome
wie Schmerzen beim Wasserlassen, Ausfluss und Juckreiz im Genitalbereich können sich nach ein bis drei Wochen zeigen.

Ohne Behandlung kann es bei der Frau zur Entzündung der Gebärmutterschleimhaut, der Eileiter und Eierstöcke und zu einer Vernarbung und Verklebung der Eierstöcke und somit zur Unfruchtbarkeit führen. Infizierte schwangere Frauen erleiden häufiger Eileiterschwangerschaften, Fehl- bzw. Frühgeburten und andere Komplikationen. In etwa 60 bis 70 % der Fälle kommt es während der Geburt zur Übertragung dieser Bakterien durch eine infizierte Frau auf das Kind. Beim Neugeborenen kann eine Augenentzündung oder eine Lungenentzündung die Folge sein.

Auch beim Mann kann es bei einer Infektion mit Chlamydia trachomatis zur schweren Entzündung der Vorsteherdrüse und der Nebenhoden mit nachfolgender Unfruchtbarkeit kommen.

Bei Schwangeren (im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge) sowie bei Frauen bis zum 25. Lebensjahr werden die Kosten (einmal jährlich) zur Testung auf Chlamydien von der Krankenkasse übernommen.

Die Therapie erfolgt durch Gabe eines Antibiotikums.

Chlamydieninfektionen sollten möglichst frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Die Partnerin bzw. der Partner müssen unbedingt ebenfalls getestet und bei positivem Befund therapiert werden, damit es bei der behandelten Person nicht zu einer Neuinfektion kommt.

Der Erreger lässt sich durch einen Labortest nachweisen.

EMPFOHLENE LABORUNTERSUCHUNGEN

Für den Nachweis einer Infektion mit Chlamydia trachomatis ist der direkte Erregernachweis die Methode der Wahl.

Die Untersuchung kann aus einer Urinprobe, einem Abstrich oder dem Ejakulat erfolgen. Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr Arzt werden mit Ihnen die für Sie geeignete Untersuchungsmethode besprechen.

Haben Sie Fragen? Wir beraten Sie gern.

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