Vitamin H (Biotinmangel)

Biotin ist für die Biochemie des menschlichen Organismus von umfassender Bedeutung. Es wirkt als essentieller Cofaktor von vier mitochondrialen Enzymen, die jeweils einen entscheidenden Schritt im Intermediärstoffwechsel katalysieren (Fettsäuresynthese, Krebs- und Citratzyklus, Leucinabbau).

Pathogenese
Dementsprechend ist auch die klinische Symptomatik eines Biotinmangels. Die Pathogenese des Biotinmangels führt offensichtlich zu einem sekundären Biotinmangel, was die Ähnlichkeit der klinischen Symptomatik bei der Erscheinungen begründet. Der ausgeprägte Mangel an Vitamin H, manifestiert sich an Haut, Haar und Nägeln (Hautanhangsgebilde) und kann darüber hinaus zu gastrointestinalen und spezifischen psychiatrischen Symptomen führen. Es wurden u. a. beschrieben: Alopezie, brüchige Nägel, seborrhoische Dermatitis, Haarverluste mit Atrophie der Haarfolikel, Malabsorbtion, Depression, Hyperästhesie, Cholesterinämie u. a..

Referenzbereiche
Der normale Biotin-Blutspiegel liegt bei ca. 400 bis 1200 ng/l. Nach Literaturangaben kann man bei Werten unter 400 ng/l vom Mangel sprechen. Da die Werte aber auch von Tag zu Tag Schwankungen unterliegen, ist eine weitere Bestimmung nach ca. 3 Tagen zur sicheren Diagnose des Mangels als auch im Verlaufe einer Therapie zur Kontrolle angeraten. Der therapeutische Nutzen einer Behandlung mit diesem Haut-, Haar- und Nagelvitamin in geeigneter Dosierung, nämlich im mg-Bereich, wurde erst in neuester Zeit erkannt.

Nach § 17.2 h der Arzneimittelrichtlinie vom 30.08.1993 ist die Erstattungsfähigkeit immer gegeben, wenn der Biotinmangel klinisch-chemisch nachgewiesen wurde. Auch bei sogenannten Bagatellerkrankungen nach Ziffer 21 c der Arzneimittelrichtlinien (z. B. weiche Fingernägel) ist die Erstattungsfähigkeit bei nachgewiesenem Biotinmangel gegeben. Etwaige Folgen einer Überdosierung sind nicht bekannt.

Untersuchungsmaterial
1 ml Serum

Referenzbereich
400 - 1200 ng/l
auffällig: < 400 ng/l

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