NMP 22 - Ein Marker zur Früherkennung von Blasenkarzinomen und Tumornachsorge

Blasenkarzinome werden häufig zu spät erkannt. Bei 25 bis 30 % der Patienten liegt bei der Diagnose bereits ein invasives Karzinom vor. Etwa 70 % der Patienten erleidet ein Rezidiv.
Risikofaktoren für Blasenkarzinome sind Rauchen, Langzeitschmerzmittel-abusus, chronische Entzündungen im Urogenitaltrakt und Arbeiten in der chemischen Industrie. Der Test weist eine tumorassoziiertes nukleäres Matrixprotein (NMP) im Urin nach. Sensitivität des Tests: 82 bis 94 % je nach Tumorstadium. Bei Kombination beider Methoden (NMP 22 plus Urinzytologie) wird eine Sensivität von nahezu 100 % erreicht.
Für die Spezifität ergibt sich für NMP 22 einem Wert von 90 %. Der Test ermöglicht die frühe Voraussage des Blasenkarzinoms und eine akkurate Überwachung der Patienten nach einer Tumorektomie.

Ausschlusskriterien
Akuter Harnwegsinfekt, Katheter, vorhandene Steine, Chemotherapie, infiltrierende Fremdtumore (Prostata, Darm, Niere), innerhalb von zwei Wochen vor der Urinabgabe ein invasiver Eingriff (Katheter, Operation), ansonsten können falsch positive Testergebnisse entstehen.

Untersuchungsmaterial
10 ml Urin (Spontanurin). Die Urinabnahme sollte morgens erfolgen.

Abnahmehinweis
Urin muss sofort in ein Spezialgefäß mit blauer Stabilisatorflüssigkeit gegeben werden. Spezialgefäße für NMP 22 bitte im Labor anfordern!

Referenzbereich
< 10 U/ml


Literatur

Screening and Monitoring for bladder cancer; Refining the use of NMP 22 Lee E. Ponsky et al., The Journal of Urology, Vol. 166, 75-78, July 2001

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