Humanes Papillomavirus (HPV) – Bedeutung für den Mann

Epidemiologie und Pathogenese
Neben dem Mammakarzinom ist das Zervixkarzinom die zweithäufigste Krebserkrankung der Frau. In der Europäischen Union treten jährlich 25.000 neue Todesfälle auf. Dahingegen gibt es keine allgemeinen Zahlen zu den Infektionsraten bei Männern. Ursache für diesen Mangel ist das Nicht-Vorhandensein regulärer Vorsorgeuntersuchungen im andrologischen Bereich. Es gilt mittlerweile als gesichert, dass als Auslöser für das Zervixkarzinom das humane Papillomavirus (HPV) verantwortlich ist. Die humane Form des Papillomavirus hat eine besondere Affinität zu Plattenepithelien und ist in seiner Replikation eng mit der terminalen Differenzierung der Epidermis von Vulva, Perineum, Vagina, Zervix und Anus verknüpft. Neben anderen Übertragungsformen gilt der Sexualkontakt mit HPV-infizierten Partnern als häufigste Ursache. Bei bis zu 70 % der männlichen Partner einer Frau, die im HPV-Screening positiv getestet wurden, besteht ebenfalls eine Infektion, die jedoch oft nur kleinste Läsionen am Penis verursacht. Männer sind sich daher der Infektion mit dem HP-Virus oft gar nicht bewusst und bemerken diese nicht, dennoch sind sie Überträger.

Diagnostik
Mittlerweile wird die HPV-Diagnostik mittels der Polymerasekettenreaktion (PCR) durchgeführt, die neben der Diagnose der HPV-Infektion an sich zusätzlich eine Auskunft über das kanzerogene Potential der persistierenden Infektion gibt. Die Identifizierung und Differenzierung dieser amplifizierten Gensegmente erfolgt durch eine Hybridisierungsreaktion mit sequenzspezifischen Oligonukleotidsonden, die auf einem DNA-Chip immobilisiert sind.

Probengewinnung

  • Urethralabstriche: Abstriche nur mit dem Spezialtupfer (beflockte Urogenitalabstrichtupfer auf Anfrage über Labor erhältlich).
    Hinweise zur Probenentnahme können über das Labor angefordert werden.

Probenlagerung
Kurze Zeit bei Raumtemperatur, besser bei Kühlung zwischen 2 bis 8 ºC.
Die Probe so schnell wie möglich ins Labor schicken.

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