Humane plazentare alkalische Phosphatase (hPLAP)

Die Humane plazentare alkalische Phosphatase (hPLAP) ist ein Isoenzym der Alkalischen Phosphatase (AP) und wird physiologisch in den Synzytiotrophoblasten der Plazenta gebildet. Sie ist ab der 12. Schwangerschaftswoche im Blut der Mutter messbar.

Mittels monoklonaler Antikörper kann hPLAP unabhängig von anderen AP-Isoenzymen gemessen werden.

Referenzbereiche
Pathologisch erhöhte Werte finden sich bei Keimzelltumoren des Mannes (Seminome ca. 50 bis 90 %, Nicht-Seminome 20 bis 35 %). Bei Rauchern können die Werte jedoch bis zu 10fach über dem Referenzbereichs liegen, somit ist eine Bestimmung von hPLAP bei Rauchern entbehrlich. Daher hat hPLAP bei Nichtrauchern neben AFP, ß-HCG und LDH einen festen Stellenwert in der prognostischen Beurteilung von Keimzelltumoren.

Diagnostik
Ein vollständiger Abfall der vor operativer oder medikamentöser Therapie erhöhter hPLAP-Werte gilt als ein prognostisch günstiger Faktor.
Zudem kann ein Anstieg eines oder mehrerer der o. g. Tumormarker früher als bildgebende Verfahren ein Rezidiv anzeigen.

HPLAP hat die höchste Marker-Inzidenz! In einer Studie (1) wurden die Inzidenzen von HCG, LDH und hPLAP mit entsprechend 35 % (159/460 Patienten), 34 % (99/291) und 56 % (53/95) ermittelt. In einer weiteren Studie (2) wurden Serum-hPLAP-Werte bei nicht weniger als 94 % der 361 Patienten nachgewiesen. HPLAP erhöht die Nachweisrate deutlich.

Inzidenz Prä-Orchiektomie

NSeminomstadiumHCG, LDH kombiniert, % hPLAP allein (HCG, LDH negativ), %HCG, LDH, hPLAP kombiniert, %
Weisbach et al. (1) 119nicht spezifiziert691584
Albrecht et al. (2)361Stadium I383674
höher671986

hPLAP optimiert Therapie-Kontrolle und Monitoring

  • hPLAP hat die höchste Sensitivität, um Metastasen nach Orchiektomie nachzuweisen
  • hPLAP ist ein ausgezeichneter Marker zum Nachweis eines Rezidivs bei Seminomen
Weisbach et al. (1)HCGLDHhPLAP
Metastasierende Erkrankungen N=397N=271 N=115
Sensitivität    42 % (n=137)    46 % (n=83)    51 % (n=39)
Spezifität       95 % (n=260)96 % (n=188)  91 % (n=76)
Patienten mit Rückfall    N=2790    N=2033    N=611
Sensitivität    54 % (n=35)    54 % (n=26)    100 % (n=6)

In der Albrecht-Studie (2) wurden Patienten mit einem Rezidiv durch Kombination HCG, LDH und hPLAP in 77 % der Fälle nachgewiesen.

Ohne hPLAP wären 23 % der Patienten mit Rezidiv nicht identifiziert worden.

Untersuchungsmaterial
mindestens 1 ml Serum


Literatur
1. Weissbach L., Bussar-Maatz R., Mann K. The value of tumor markers in testicular seminomas. Eur Urol 1997; 32; 16-22
2. Albrecht W., Jeschke K., Stoiber F., et al. PLAP: improving the management of seminomas. Tumor Biol 2000; 21 (suppl 1): 41
3. Pottek T.S., Hartmann M., Bokemeyer C., Nachsorge und Spättoxizitäten bei Hodentumoren, Dt. Ärzteblatt; Jg.102; H. 48; Dez. 2005; A3342-3348
4. European consensus on diagnosis and treatment of germ cell cancer: a report of the European Germ Cell Cancer Consensus Group (EGCCCG), Annals of Oncology 15: 1377-1399, 2004

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