Clostridium difficile-Diagnostik im Stuhl

Das C. difficile-spezifische Enzym „Glutamat-Dehydrogenase” (GDH) eignet sich aufgrund seiner hohen Stabilität und Sensitivität im Vergleich zum alleinigen Toxinnachweis sehr gut als Screening-Test. Das Enzym wird sowohl von toxigenen als auch von nicht-toxigenen Stämmen produziert. Der negative Vorhersagewert des GDH-Tests liegt bei 98 bis 100 %. Bei einem negativen GDH-Test sind keine weiteren Bestätigungstests mehr erforderlich. Eine C. difficile-Infektion kann mit größter Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.

Wenn der GDH-Test positiv ausfällt, schließt sich automatisch der Toxin A/B-Test an. Ist der Toxin-Nachweis ebenfalls positiv, handelt es sich um eine Infektion mit einem Toxin produzierenden C. difficile-Stamm (CDI).

Bei der Konstellation von C. difficile-GDH-Test positiv und C. difficile-Toxin negativ kann es sich um C. difficile-Stämme mit fehlender oder geringer Toxinbildung handeln. Ebenfalls können zu lange Transportzeiten und/oder falsche Probenlagerung zu einem Toxinabbau führen und somit zu falsch negativen Testergebnissen für den Toxinnachweis. In solchen Fällen sollte nach klinischen Gesichtspunkten über eine Therapie entschieden werden. Im Zweifelsfall können jederzeit weitere Stuhlproben eingesandt werden.

Bei Bedarf ist der kulturelle Nachweis möglich, z. B. bei besonders schweren klinischen Verläufen bei denen eine Erregertypisierung und/oder Antibiotikatestung (Metronidazol und Vancomycin) durchgeführt werden soll.

Bitte hier telefonisch vorab Information.

ACHTUNG: Eine Diagnostik auf Clostridum difficile-Infektionen (CDI) ist nur sinnvoll bei einer entsprechenden Klinik mit ungeformten, wässrigen oder flüssigen Stühlen.



Erreger, Vorkommen und Infektionsweg
Clostridium difficile ist ein obligat anaerob wachsendes, grampositives Stäbchenbakterium mit Fähigkeit zur Bildung aerotoleranter Sporen. Der Erreger ist der häufigste Erreger nosokomialer Durchfallerkrankungen. 1 bis 5 % der Normalbevölkerung ist asymptomatisch mit diesem Keim besiedelt, besonders Kinder, Ältere und Krankenhauspatienten. Die Verbreitung von C. difficile verläuft als fäkal-orale Schmierinfektion.

Klinisches Bild
Eine Krankheit wird durch das Endotoxin A und das Cytotoxin B ausgelöst, welche von pathogenen („toxigenen”) Stämmen produziert werden. Die Toxine schädigen die Darmzellen, was eine Diarrhoe und Colitis zur Folge hat.

Präventive Maßnahmen
Bei positivem Nachweis Einzelunterbringung in einem Zimmer, wenn möglich, mit eigener Nasszelle, da Patienten mit C. difficile-bedingten Durchfällen vegetative Bakterien und Sporen des Erregers ausscheiden und die Umgebung kontaminieren. Ggf. kann eine Kohortenisolierung durchgeführt werden.

Weiterhin sollten von den Mitarbeitern die Anwendung von Barrieremaßnahmen (Schutzkittel und Einweghandschuhe etc.) und entsprechende Desinfektion und Reinigung von Flächen durchgeführt werden.

Diagnostik
Siehe oben Stufenschema

Bei Bedarf ist weiterhin der kulturelle Nachweis möglich, z. B. bei besonders schweren klinischen Verläufen bei denen eine Erregertypisierung und/oder Antibiotikatestung (Metronidazol und Vancomycin) durchgeführt werden soll.  

Präanalytik
Menge: Das Stuhlröhrchen sollte bis ca. zur Hälfte gefüllt werden.
Lagerung: Die Proben sollten umgehend ins Labor transportiert und bis zur Abholung kühl gelagert  werden (max. 3 Tage bei 2 bis 8 °C).

Rektalabstriche können nicht bearbeitet werden.

ACHTUNG: Bei negativem Ergebnis, fortbestehenden Verdacht und fehlenden Nachweis eines anderen Erregers Wiederholung der Untersuchung.

Therapie und Prophylaxe
Metronidazol (4 x 250 mg oder 3 x 500 mg oral/i.v.) für 10 Tage.
Vancomycin (4 x 125 mg oral) für 10 Tage.
Fidaxomicin (2 x 200 mg oral) für 10 Tage.

Rezidive
Rezidive sind nicht selten (ca. 10 bis 20 %), besonders bei älteren Patienten, bei Patienten unter weiterbestehender Antibiose, bei chronischen gastrointestinalen Krankheiten sowie schweren Grunderkrankungen.

Die Behandlung eines ersten Rezidivs sollte in gleicher Weise erfolgen wie bei der Ersterkrankung.

Meldepflicht
ACHTUNG: Eine namentliche Meldepflicht für den behandelnden Arzt gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 5 a IfSG ist für schwer verlaufende Fälle gegeben. So sind z. B. schwere klinische Verlaufsformen wie toxisches Megakolon und pseudomembranöse Colitis meldepflichtig.

Zusätzlich nicht namentliche Meldung durch den behandelnden Arzt bei gehäuftem Auftreten nosokomialer Infektionen nach § 6 Abs. 3 IfSG, d. h. bei mehr als 2 betroffenen Patienten im örtlichen und zeitlichen Zusammenhang.


Literatur und Quelle
www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Clostridium.html

European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases (ESCMID): update of the treatment guidance document for Clostridium difficile-infection (S. B. Debast, M. P. Bauer, E. J. Kuijper and on behalf of the Committee)

European Society of Clinical Microbiology and Infectious Diseases (ESCMID): Data review and recommendations for diagnosing Clostridium difficile-infection (CDI) (M. J. T. Crobach, O. M. Dekkers, M. H. Wilcox and E. J. Kuijper)

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