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Präanalytik  
  (Genetische Diagnostik und Mikrobiologie ausgenommen)
 
 
  Allgemeines zur Präanalytik    
  Die häufigsten Fehler der Präanalytik
 
  Spezielle Hinweise    
 
Materialien zur Probengewinnung und Probenlagerung Lagerung (ausgenommen Mikrobiologie)
Probenkennzeichnung und Anforderungsscheine
Untersuchungsmaterialien
Hinweise zur Patientenvorbereitung und Blutabnahme
 
Allgemeines zur Präanalytik
Unter präanalytischer Phase versteht man alle Einflüsse, die auf das Untersuchungsmaterial vor der Messung der Probe einwirken.

Die Bedingungen während der präanalytischen Phase – von der Vorbereitung des Patienten, Auswahl der Analyte, über die Blutabnahme, Lagerung und Transport der Probe zum Labor - bestimmen in hohem Maße die Qualität des Analysenergebnisses.

Da Fehler in der Präanalytik auch bei genauester Analytik zu falschen Messwerten und damit möglicherweise zu medizinischen Fehlentscheidungen führen können, ist Sorgfalt in dieser Phase von entscheidender Bedeutung.

Die häufigsten Fehler der Präanalytik
Die Vene wird zu lange und zu stark gestaut, die Probe wird hämolytisch und die Gerinnung wird aktiviert:   Hämolyse stört viele Analysen im Labor.
Die Blutentnahme erfolgt nicht nüchtern:   Lipämie beeinflusst viele Analysen. Oft hat der Patient zwar nicht gefrühstückt, die Nahrungskarenz von 12 Stunden wurde aber nicht eingehalten
Das Blut liegt bis zum nächsten Tag oder länger, ohne dass das Serum vom Blutkuchen getrennt wurde:   Hämolyse, Abbau, Inaktivierung von Analyten können das Ergebnis stark verfälschen.
Die Stuhlprobe wird per Post ins Labor geschickt. Besonders im Sommer hat sich dadurch das Keimspektrum völlig verschoben, empfindliche Keime werden nicht mehr gefunden.    
Es wurden falsche Abnahmeröhrchen für die Blutprobe benutzt:   Gerinnungshemmende Zusätze stören viele Analysen.
Der zu messenden Analyt wird in vivo durch eine bestehende Medikation beeinflusst. Das Medikament wurde nicht abgesetzt, das Labor erhält darüber keine Information:   Dadurch werden falsch normale oder falsch pathologische Werte vorgetäuscht.
Ein instabiler Analyt verlangt sofortige Abtrennung des Serums und Transport in gefrorenem Zustand:   Erfolgt das nicht, sind Probe und Messwert nicht verwertbar.
Die Pharmakokinetik eines zu messenden Medikamentes wird nicht berücksichtigt, die Blutabnahme erfolgt zum falschen Zeitpunkt:   Dadurch wird eine schlechte Einstellung des Medikamentenspiegels vorgetäuscht.
Das Gerinnungsröhrchen ist nicht vollständig mit Blut gefüllt und/oder das Blut wird nicht ordentlich mit dem Gerinnungshemmer vermischt:   Dadurch werden die Gerinnungswerte verfälscht.
Das Probenröhrchen ist nicht oder falsch beschriftet:   Das Labor hat keine Möglichkeit, die Identität von Auftrag und Probe zu kontrollieren oder gar zu gewährleisten.
Bei Kapillarabnahmen wird die Kapillare nicht vollständig gefüllt:
  Falsche Messwerte


Spezielle Hinweise:
Materialien zur Probengewinnung und Probenlagerung
   
  Die entsprechenden Materialien für die Probenentnahme werden vom Labor zur Verfügung gestellt. Instabile Analyte (z. B. Kalium, Glukose, Gerinnungs- und Blutbildparameter) nicht über das Wochenende stehen lassen. Entweder abseren oder Plasma abtrennen und einfrieren bzw. gegebenenfalls Rücksprache mit dem Labor halten.
 
Probenkennzeichnung und Anforderungsscheine
       




Aufkleber auf den Anforderungsschein und auf alle Probenröhrchen kleben
  Jedes Probengefäß und den dazu gehörenden Begleitschein bitte eindeutig kennzeichnen: Barcode sowie bei Blutgruppenuntersuchungen zusätzlich Name, Vorname, Geburtsdatum.
Bei Privatpatienten die genaue Adresse des Patienten angeben. Bei ambulanten pflichtversicherten Patienten bitte den Überweisungsschein nicht vergessen. Den Absender deutlich vermerken (Einrichtung, Station, Abteilung, Telefonnummer, Fax).
Tagesprofile, Kontrollproben des betreffenden Patienten vom gleichen Tag und Stimulations- oder Suppressionsteste bitte eindeutig kennzeichnen (Datum/Uhrzeit, vor/nach Stimulation oder Suppression).
Beim Einsenden von abgetrenntem Serum oder Plasma bitte die Materialart
(Serum, EDTA-, Heparin-, Citratplasma) vermerken. Angaben zur Diagnose/Verdachtsdiagnose, Medikation etc. helfen uns, die Befunde korrekt zu bewerten.
       

Untersuchungsmaterialien
Serum
Das Abtrennen von Serum ist im Regelfall nicht erforderlich, wenn die Untersuchung innerhalb der nächsten
8 h erfolgt. Für nachts, an den Wochenend- und Feiertagen anfallende Proben bitte vorher Rücksprache mit dem Labor halten.

Bei Postversand empfehlen wir generell die Abtrennung von Serum bzw. Plasma.
Für Spezialuntersuchungen (siehe Vermerke bei den einzelnen Parametern) bitte das Blut nach erfolgter Gerinnung
(ca. 15-30 min nach Blutentnahme) bei 3000 Umdrehungen/min für
10 Minuten zentrifugieren, das Serum abtrennen, in entsprechende Gefäße überführen (anfordern über das Labor
Tel. 0 30 - 44 33 64 200) und bei entsprechenden Temperaturen lagern.
Citrat-, Heparin-, EDTA-Blut
bzw. -Plasma

Diese Proben nach der Entnahme bitte grundsätzlich gut durchmischen (5- bis 10 mal schwenken, nicht schütteln), damit eine Gerinnungsaktivierung vermieden wird (präanalytischer Fehler).

Für Spezialuntersuchungen (siehe Vermerke bei den einzelnen Parametern) bitte die Probe 10 Minuten bei 3000 Umdrehungen/min zentrifugieren, den Überstand mit einer Pipette abnehmen und in entsprechende Gefäße überführen (anfordern über das Labor Tel. 030 - 44 33 64 200) und bei den angegebenen Temperaturen lagern.
24-h-Sammelurin ohne Zusätze
Am Morgen mit dem Sammeln beginnen (Zeit vermerken). Den ersten Morgenurin verwerfen, Sammeln bis zum nächsten Tag um die gleiche Zeit, einschließlich des Morgenurins, Urinproben vereinen, gut mischen, eine aliquote Menge (vgl. Angaben bei den einzelnen Parametern) abfüllen und in das Labor versenden.
Die Sammelmenge auf dem Begleitschein vermerken.
24-h-Sammelurin, angesäuert
Bitte fordern Sie dafür mit Salzsäure vorpräparierte Urinsammelgefäße in unserem Labor an. Das restliche Procedere des Urinsammelns, Vereinen der Fraktionen, Mischen, Lagern, etc. (wie unter 24-h-Sammelurin ohne Zusätze angegeben), vornehmen.
Materialien für mikrobiologische Untersuchungen:
Diese sind gesondert aufgeführt. (siehe Gesamtkatalog, Mikrobiologie)
 

Patientenvorbereitung und Blutabnahme

Die Blutabnahme sollte möglichst unter standardisierten Bedingungen ablaufen:

  - am nüchternen Patienten
- zwischen 8.00 und 9.00 Uhr morgens
- bei optimalen Temperaturen zwischen 18-30 °C
- am nicht aufgeregten Patienten (er sollte möglichst 10 min vorher liegen)
- vor Medikamenteneinnahme
- nicht aus liegenden venösen oder arteriellen Zugängen!

Zur Technik der Blutentnahme:
  - Faust nicht ballen
- Patienten nicht pumpen lassen
- Desinfektion mit zugelassenen Desinfektionsmitteln (z. B. Hospisept®)
- Stauung handbreit herzwärts zur vorgesehenen Einstichstelle anlegen
- 1 min stauen
- die Haut gegen die Einstichstelle spannen
- Kanülenschliffseite beim Einstich nach oben ausrichten
- die Stauung lösen, sobald Blut fließt

Reihenfolge der Blutentnahmen:
  1.) Blutkulturen
2.) Nativblut (Serum)
3.) Citratblut (Gerinnung)
4.) EDTA-Blut (Hämatologie)
5.) Fluorid-Blut (Glukose, Laktat)

Hinweise:
  Gerinnungsproben nie zuerst abnehmen (Aktivierung der Gerinnungskaskade durch Gewebeaktivatoren).
Zur Vermeidung von Kontaminationen mit Gerinnungshemmern sind Serumproben (Nativblut) immer vor diesen zu entnehmen.
   
 
 
 
     
 
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