Die häufigsten Fehler der Präanalytik

Die Vene wird zu lange und zu stark gestaut, die Probe wird hämolytisch und die Gerinnung wird aktiviert: Hämolyse stört viele Analysen im Labor.
Die Blutentnahme erfolgt nicht nüchtern: Lipämie beeinflusst viele Analysen. Oft hat der Patient zwar nicht gefrühstückt, die Nahrungskarenz von 12 Stunden wurde aber nicht eingehalten
Das Blut liegt bis zum nächsten Tag oder länger, ohne dass das Serum vom Blutkuchen getrennt wurde: Hämolyse, Abbau, Inaktivierung von Analyten können das Ergebnis stark verfälschen.
Die Stuhlprobe wird per Post ins Labor geschickt. Besonders im Sommer hat sich dadurch das Keimspektrum völlig verschoben, empfindliche Keime werden nicht mehr gefunden.
Es wurden falsche Abnahmeröhrchen für die Blutprobe benutzt:Gerinnungshemmende Zusätze stören viele Analysen.
Der zu messenden Analyt wird in vivo durch eine bestehende Medikation beeinflusst. Das Medikament wurde nicht abgesetzt, das Labor erhält darüber keine Information:Dadurch werden falsch normale oder falsch pathologische Werte vorgetäuscht.
Ein instabiler Analyt verlangt sofortige Abtrennung des Serums und Transport in gefrorenem Zustand:Erfolgt das nicht, sind Probe und Messwert nicht verwertbar.
Die Pharmakokinetik eines zu messenden Medikamentes wird nicht berücksichtigt, die Blutabnahme erfolgt zum falschen Zeitpunkt: Dadurch wird eine schlechte Einstellung des Medikamentenspiegels vorgetäuscht.
Das Gerinnungsröhrchen ist nicht vollständig mit Blut gefüllt und/oder das Blut wird nicht ordentlich mit dem Gerinnungshemmer vermischt:Dadurch werden die Gerinnungswerte verfälscht.
Das Probenröhrchen ist nicht oder falsch beschriftet:Das Labor hat keine Möglichkeit, die Identität von Auftrag und Probe zu kontrollieren oder gar zu gewährleisten.
Bei Kapillarabnahmen wird die Kapillare nicht vollständig gefüllt:Falsche Messwerte
Nach oben