Schwangerschaftsvorsorge: Windpocken und Gürtelrose

Eine harmlose Kinderkrankheit?
Windpocken werden durch das Varizella-zoster-Virus (VZV) ausgelöst und sind sehr ansteckend. Die früher meist bei kleinen Kindern sehr häufige Erkrankung ist in den letzten Jahrzehnten immer häufiger erst im Jugend- und Erwachsenenalter aufgetreten.
Da die Krankheit in diesem Alter schwerer verlaufen kann, wird in Deutschland seit dem Jahr 2004 die Impfung aller Kinder ab dem vollendeten 11. Lebensmonat empfohlen. Wenn Sie bereits Kinder in diesem Alter haben, sollten Sie überprüfen, ob sie alle Impfungen erhalten haben.

Wie werden aus Windpocken Gürtelrose?
Das Immunsystem reagiert auf Infektionen mit VZV mit der Bildung von Antikörpern, die im Blut nachgewiesen werden können. Nach dem Ausheilen der Windpocken zieht sich das VZV entlang der Nervenbahnen in ein Ruhestadium zurück; die Infektion bleibt lebenslang erhalten.
Im höheren Alter, bei Schwächung der körpereigenen Abwehr oder aber auch ohne erkennbaren Grund kann die Infektion an einem von einem bestimmten Nerven versorgten Hautgebiet in Form der Gürtelrose wieder auftreten. Die Ansteckungsgefahr ist nicht so hoch wie bei Windpocken. Personen ohne Antikörper können jedoch an Windpocken erkranken.

Wie verläuft die Infektion bei Schwangeren und Neugeborenen?
Hat sich die Schwangere bereits zu einem früheren Zeitpunkt mit VZV infiziert, schützen Antikörper, die über die Plazenta übertragen werden, das ungeborene Kind.
Schwangere, welche noch keine Windpocken hatten, können eine schwere Infektion mit Gelbsucht (Hepatitis) und Lungenentzündung erleiden. Eine Infektion im ersten und zweiten Drittel der Schwangerschaft kann beim Ungeborenen Fehlbildungen des Skeletts und der Haut auslösen. Eine Windpockenerkrankung zwischen dem vierten Tag vor und dem zweiten Tag nach der Geburt kann zudem eine schwere Infektion des Kindes zur Folge haben.

Welchen Wert hat eine Untersuchung auf Antikörper?
Wenn bekannt ist, dass bei einer Schwangeren keine Antikörper gegen VZV vorliegen, kann bei Auftreten typischer Symptome von Windpocken eine frühzeitige Behandlung der Mutter und eine prophylaktische Behandlung des Neugeborenen erfolgen.

Empfehlung:
Antikörpernachweis gegen VZV in der Frühschwangerschaft. Verlaufskontrollen werden nicht empfohlen.

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