Schwangerschaftsvorsorge: Ringelröteln (Parvovirus B19)

Ringelröteln - was ist das?
Bei Ringelröteln handelt es sich um eine relativ harmlose Kinderkrankheit (Erythema infectiosum), die durch den Erreger Parvovirus B19 verursacht wird.
Dennoch können Parvovirus B19-lnfektionen der Mutter während der Schwangerschaft ernste Komplikationen beim ungeborenen Kind hervorrufen.

Wie infiziert man sich?
Das Virus wird durch Tröpfcheninfektion über die Atemwege verbreitet. Aber auch Übertragungen durch Hand-zu-Mund-Kontakt, Blut und Blutprodukte sind möglich.
Während einer Erstinfektion der Mutter kann das Virus über die Plazenta auf das Baby übertragen werden.

Wie macht sich die Infektion bemerkbar?
Bei den meisten schwangeren Frauen verläuft die Infektion ohne Symptome. Einige Frauen entwickeln einen Ausschlag und/oder Gelenkschmerzen.

Welche Folgen kann eine Infektion mit Parvovirus B19 in der Schwangerschaft haben?
Das Parvovirus B19 befällt vorwiegend die roten Blutkörperchen. Es kann insbesondere bei Infektionen vor der 30. SSW zu einer Blutarmut des ungeborenen Kindes kommen. Wasseransammlungen in Kopf und Körper des Ungeborenen bis zum Tod des Kindes sind möglich.

Wie können Sie herausfinden, ob bei Ihnen ein Infektionsrisiko besteht?
Ungefähr zwei Drittel aller Erwachsenen haben in ihrem Leben eine solche Infektion durchgemacht und sind immun gegen das Virus.
Ein einfacher Bluttest kann Ihnen Aufschluss geben. Die Ergebnisse dieses Tests zeigen Ihnen, ob Sie
- eine solche Infektion bereits durchgemacht haben und jetzt als immun betrachtet werden können,
- noch keine solche Infektion hatten und ob bei Ihnen möglicherweise ein Infektionsrisiko besteht,
- aktuell infiziert sind.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es, wenn man sich während der Schwangerschaft mit Parvovirus B19 infiziert?
Falls der Bluttest eine Parvovirus B19-lnfektion bestätigt, wird der Arzt Ihre Schwangerschaft engmaschiger überwachen und Sie bitten, sich mehrere Wochen regelmäßig per Ultraschall untersuchen zu lassen. Falls Ihr Baby Anzeichen einer ausgeprägten Blutarmut (Anämie) zeigen sollte, wird normalerweise eine Bluttransfusion über die Nabelschnur vorgenommen. Dies ist eine äußerst erfolgreiche Anämie-Therapie.
Üblicherweise sind intrauterine Virusinfektionen in der Regel kurzlebig, und das Baby entwickelt sich nach der Behandlung fast immer normal weiter.

Empfehlung:

Bei nachgewiesener Infektion mit Ringelröteln können engmaschige Ultraschalluntersuchungen dazu dienen evtl. Schädigungen des Kindes zu erkennen und ggf. durch eine Bluttransfusion über die Nabelschnur im Mutterleib zu behandeln.

Zurück

Nach oben