Schwangerschaftsvorsorge: B-Streptokokken-Infektion

B-Streptokokken - was ist das?
B-Streptokokken sind Bakterien (Streptococcus agalactiae, serologische Gruppe B), die unter anderem im Darm- und Urogenitaltrakt des Menschen vorkommen können.

Wie kann sich mein Kind infizieren?
Bei etwa 10 bis 15 % der schwangeren Frauen finden sich Streptokokken der Gruppe B im Genitalbereich und/oder Anus. Diese Bakterien sind normalerweise harmlose Besiedler von Schleimhäuten und verursachen in der Regel keine Beschwerden.

Schwangere können allerdings bei der Geburt das Neugeborene mit B-Streptokokken infizieren und schwere Neugeborenen-Infektionen wie Blutvergiftung (Sepsis), Lungenentzündung (Pneumonie) und Hirnhautentzündung (Meningitis) mit Spätschäden verursachen. Besonders bei Frühgeborenen ist die Sterblichkeit bei einer Infektion mit B-Streptokokken hoch.

Aus diesen Gründen hat die Gesellschaft der Deutschen Gynäkologen Empfehlungen zur Vorbeugung gegen die Streptokokkeninfektion von Neugeborenen gegeben.

Wie kann man einer Infektion vorbeugen?
Eine ausführliche Befragung sollte im Vorfeld durch Ihren Arzt erfolgen. Hatte eines Ihrer Kinder bereits einmal nach der Geburt eine B-Streptokokkeninfektion oder hatten Sie selbst einmal einen Harnwegsinfekt mit B-Streptokokken?

Bei jeder Schwangeren zwischen der 35. und 37. Schwangerschaftswoche ist es sinnvoll, eine Untersuchung auf das Vorhandensein von B-Streptokokken durchzuführen. Hierzu braucht Ihr Arzt lediglich einen Vaginalabstrich bzw. Anorektalabstrich zu entnehmen. Eine kombinierte Abstrichentnahme erhöht die Nachweisrate um bis zu 30 %. Die Abstriche werden im Labor mittels einer bakteriologischen Kultur untersucht.

Wie kann man eine Infektion behandeln?
Im Falle eines Nachweises dieser Bakterien wird der Schwangeren empfohlen, während der Geburt eine Behandlung mit Antibiotika wie Penicillin oder Ampicillin durchführen zu lassen. Dadurch kann der überwiegende Anteil an Neugeborenen-Infektionen mit B-Streptokokken verhindert werden.

Eine Antibiotika-Therapie längere Zeit vor der Geburt ist nicht ratsam, da die B-Streptokokken in vielen Fällen nach Beendigung der Therapie wieder nachweisbar sind.

Teilen Sie es auch der Klinik oder Ihrer Hebamme mit, wenn bei Ihnen B-Streptokokken bei der Vorsorgeuntersuchung gefunden worden sind.

Sicherheit wächst

Die Umsetzung dieser Maßnahmen hat beispielsweise in den USA dazu geführt, dass zirka 4.000 Neugeborene pro Jahr weniger an einer B-Streptokokkeninfektion erkrankten und dass etwa 200 Todesfälle an Streptokokkensepsis vermieden werden konnten.

EMPFOHLENE LABORUNTERSUCHUNGEN        

Screening zwischen der 35. und 37. Schwangerschaftswoche

  • B-Streptokokken           

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