Aktuelles aus dem Labor

Tuberkulosediagnostik mittels QuantiFERON-TB Gold Plus (QFT-Plus-Test)

Weiterentwickelte Version des Interferon-Gamma-Release-Assays (IGRA) zur Diagnostik einer Infektion mit Tuberkulosebakterien

Der Test beruht auf dem gleichen bewährten Testprinzip und Verfahren wie der bisher verwendete QuantiFERON-TB Gold Test, wurde aber durch den Einsatz einer innovativen Kombination von Tuberkulosespezifischen Antigenen, die Immunantworten nicht nur bei CD4+-T-Helferzellen sondern nun auch bei zytotoxischen CD8+-T-Zellen auslösen, weiter optimiert. Beim neuen QFT-Plus-Test kommen nun zwei verschiedene TB-Antigen-Röhrchen zum Einsatz: Das TB1-Röhrchen enthält Peptide, welche zellvermittelte Immunreaktionen von CD4+-Helferzellen auslösen sollen, während das TB2-Röhrchen der Induktion von zellmittelten Immunreaktionen von zytotoxischen CD8+-Zellen dienen soll. CD8+-T-Zellen, die IFN-Gamma produzieren, wurden auch bei Probanden mit aktiver TB und Koinfektion mit HIV sowie bei kleinen Kindern mit TB-Erkrankung nachgewiesen.

Das Testprinzip:

Das diagnostische Prinzip des Interferon-Gamma-Release-Assays (IGRA) basiert auf der Aktivierung des immunologischen Gedächtnisses von T-Lymphozyten der untersuchten Person. T-Lymphozyten im heparinisierten Vollblut des Patienten werden in vitro mit spezifischen Antigenen des Mycobacterium-tuberculosis-Komplexes stimuliert. Hatten die T-Zellen schon einmal Kontakt mit diesen Tuberkulose-spezifischen Antigenen, kommt es zu einer vermehrten Interferon-Gamma-Sekretion. Wird eine vermehrte INF-Gamma-Sekretion nachgewiesen, ist dies als Hinweis auf eine latente oder aktive Tuberkulose-Infektion zu werten.

ACHTUNG:

Der Test bzw. der ermittelte positive quantifizierte Wert erlaubt nicht die Unterscheidung zwischen einer latenten oder aktiven TB. Zur Abklärung sind weitere mikrobiologische Untersuchungen (Sputum-Mikroskopie, Kultur, PCR) und bildgebende Verfahren erforderlich. Ein negativer IGRA kann aber eine aktive TB mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen.

QuantiFERON-TB Gold Plus zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Sehr hohe Sensitivität von > 95 %
  • Höchste Spezifität aller Tests auf TB-Infektion
  • Keine Kreuzreaktion mit BCG-Stämmen, d. h. BCG-geimpfte Personen sind negativ
  • Innovative CD8+-T-Zell-Technologie
  • Robuste und zuverlässige Ergebnisse

Indikation:

  • Gezielte Testung nach Risiko-Kontakt mit einem Indexfall (z. B. offene Lungentuberkulose) ca. 6 bis 8 Wochen nach Kontakt oder ggf. direkt nach dem Kontakt, um einen Ausgangswert zu ermitteln
  • Ausschluss einer latenten Tuberkulose vor Durchführung einer immunsuppressiven Therapie (insbesondere vor dem Einsatz von TNF-alpha hemmenden Substanzen)
  • Testung im Rahmen der verpflichtenden arbeitsmedizinischen Vorsorge
  • Screening von Risikopatienten (z. B. Einreisende aus Risikoländern)
  • Screening von Mitarbeitern im Gesundheitswesen

Material und Menge:

Mindestens 7 ml Lithium-Heparin-Blut

Lagerung und Transport:

  • Die Einsendung der Proben kann von Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr erfolgen.
  • Probentransport und –lagerung bei Raumtemperatur,
  • Probe immer als CITO-Probe kennzeichnen,
  • Das Röhrchen muss am gleichen Tag ins Labor geschickt werden, da das Zeitfenster zwischen Blutentnahme und Testbearbeitung nur < 16 Stunden betragen darf.
  • Die Entnahmezeit bitte unbedingt auf dem Einsendeschein vermerken.


Hinweis: Bei Krankheitsverdacht wird die Leistung durch die Angabe der Ausnahmeziffer 32006 vom Laborbudget ausgenommen.


Quellen:
http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Tuberkulose.html
http://www.pneumologie.de/dzk/index.html
http://www.quantiferon.com/irm/content/PI/QFT/PLUS/2PK-Elisa/DE.pdf