Aktuelles aus dem Labor

Neuregelung der Richtlinie für Darmkrebsfrüherkennung (iFOBT)

Hämoglobin-Test im Stuhl (iFOBT) löst Guajak-basierten Test (gFOBT) ab

Die Umstellung des Testverfahrens auf den immunologischen Nachweis von occultem Blut im Stuhl (iFOBT) tritt im Rahmen der gesetzlichen Darmkrebsfrüherkennung zum 1. April 2017 in Kraft.

Mit der Einführung des immunologischen Tests auf occultes Blut im Stuhl  (iFOBT) als GKV-Leistung zum 1. April 2017 darf der Guajak-Test (gFOBT), der die bisherige Kassenleistung darstellte, nicht mehr im Rahmen der Krebsfrüherkennung abgerechnet werden. Für kurative Indikationen gilt eine Übergangsfrist bis zum 30. September 2017. Ab dem 1. Oktober 2017 ist der Guajak-Test keine GKV-Leistung mehr.

Abrechnungsmöglichkeiten
Der iFOBT kann ab 1. April 2017 als Kassenleistung erbracht und abgerechnet werden. Von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ist hierfür folgende Gebührenordnungsposition (GOP) veröffentlicht worden:
Mit der GOP 01737 ist eine neue Gebührenordnungsposition in den EBM aufgenommen worden, die von den behandelnden Ärzten/Ärztinnen für Patientenberatung, Ausgabe, Rücknahme und Weiterleitung der Probengefäße berechnet werden kann.
Die GOP 01737 ist mit 57 Punkten (ca. 6 €) bewertet und kann nur bei einer Untersuchung im Rahmen der Darmkrebsfrüherkennung angesetzt werden. Bei kurativer Untersuchungsindikation ist keine zusätzliche Gebührenordnungsposition berechnungsfähig.

Probenröhrchen
Für den immunologischen Nachweis von Blut im Stuhl (iFOBT) sind spezielle Probenröhrchen erforderlich, die einen hygienisch einwandfreien Probenversand sowie eine ausreichende Stabilisierung der Probe bei Raumtemperatur für bis zu 5 Tage gewährleisten.
Die Kosten für die Entnahmesysteme sind jeweils in den Laborleistungen enthalten, so dass die Entnahmesysteme vom Labor dem Einsender zur Verfügung gestellt werden.
Die Probenentnahmeröhrchen haben eine begrenzte Haltbarkeit von maximal einem Jahr.

Probengewinnung
Der Patient erhält von der Arztpraxis ein spezielles Probenentnahme-Kit. Im Drehverschluss
des Röhrchens ist eine Lanzette zur Aufnahme der Stuhlprobe integriert.

Nach Probenentnahme sollte das Stuhlröhrchen in der Praxis mit einem Patientenaufkleber versehen und zusammen mit einem Anforderungsschein umgehend an das Labor gesendet werden. Als Untersuchungsauftrag sollte „iFOBT“ auf dem Überweisungs-Schein  vermerkt sein.

Probentransport
Der Probentransport kann bei Raumtemperatur erfolgen. Das Röhrchen enthält eine Stabilisator-Lösung, die einen Hämoglobinabbau für bis zu 5 Tage verhindert.

Patieninformation
Gewinnung einer Stuhlprobe zur Darmkrebsvorsorge


Weiterführende Informationen
Kassenärztliche Bundesvereinigung: Praxisnachrichten - Stuhltest iFOBT ab 1. April: Anforderungen und Vergütung stehen fest.
Beschlüsse des Bewertungsausschusses: Internetseite des Instituts des Bewertungsausschusses.
Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): Krebsfrüherkennungs-Richtlinie. Krebsfrüherkennungs-Richtlinie.